THE DYNAMIC SUBLIME DEVICE | Jannine Eggert & Philipp Ricklefs | 19.04. – 13.05.2012 | REH KUNST

Ausgehend von dem Geräusch des Starts der Apollo 11 Mission haben die Künstler Janine Eggert und Philipp Ricklefs ihre Skulptur The Dynamic Sublime Device geschaffen. Die bei dem Ereignis aufgezeichnete Schallkurve wurde aus Styropor zu einem dreidimensionalen Körper gedreht. Die flüchtige Ausbreitung der Schallwelle wird so sichtbar gemacht.

Ungeachtet vom linearen Verlaufs der sukzessiven Ausbreitung bleibt der von der Schallwelle durchlaufene Raum markiert; Anfang und Ende des Sounds sind gleichzeitig. Die visuelle Ausformung des Soundmaterials ermöglicht dem Betrachter eine Rückkopplung auf dessen Natur, dessen Kurve er nun auditiv interpretieren kann. 

Bei einem Start einer Saturn Rakete (der letzte erfolgte 1973) dabei gewesen zu sein, zählt zu den sublimen Erfahrungen, die nur einer bestimmten Generation vorbehalten war. Das Beobachten des Lift-offs aus sicherer Distanz führte dazu, zuerst das Zünden der Triebwerke zu sehen, bevor man etwas hören oder sogar spüren konnte. Die akustische und die haptische Wahrnehmung sind aber die Sinneseindrücke, welche die Gegenwart und Authentizität des Erlebten bestärken und im Wesentlichen die sublime Erfahrung auslösen. Durch die Transformation einer solchen Erfahrung von einem in ein anderes System, also vom auditiven ins visuelle, wollen Eggert & Ricklefs die sublime Erfahrung vermitteln.

Die REH Kunst wird hier zu einer Zeitachse. Durch die auseinander gezogenen Module ist der Raum und die Zeit, die man bräuchte, ihn zu durchschreiten, visuell in Abschnitte geteilt. In diese Zeitachse setzen Eggert & Ricklefs die Schallkurve von Apollo 11 – die beiden Systeme werden deckungsgleich und die Halle zum Koordinatensystem der Kurve. 

Zu den Künstlern:
Bei den Kooperationen der Künstler Janine Eggert (*1978) und Philipp Ricklefs (*1981) handelt es sich um konzeptuelle Auseinandersetzungen mit Skulptur. Schwerpunkt dieser Projekte bildet zunächst immer die Analyse der jeweils gegebenen räumlichen Situation. 

Interaktivität und der Verweis auf die Wahrnehmungsbedingung kennzeichnen deshalb die meisten der daraus hervorgehenden Skulpturen und Installationen. Das gilt für die im öffentlichen Raum präsentierten Arbeiten ebenso wie für diejenigen, deren Proportion und Form sich an der spezifischen Struktur und Nutzung einer bestehenden Ausstellungsarchitektur orientiert. Formal bestimmend ist dabei das seriell angelegte Modul. Durch die Reduktion der Gestaltungsmöglichkeiten auf geometrische Grundformen werden die Methode der Wiederholung und das Prinzip einer formal vorgegebenen Systematik erkennbar. Der bildnerische Arbeitsprozess selbst und grundlegende formale Kriterien wie Form und Präsentation vermitteln sich über diese klar erkennbare konstruktive Ästhetik der Objekte und Skulpturen.

Starting from the noise of the launch of the Apollo 11 Mission the artist Janine Eggert and Philipp Ricklefs have created there sculpture The Dynamic Sublime Device. The recorded sound of the launch was twisted to a three-dimensional body made of styrofoam. The transient propagation of the sound wave is now made visible.

Regardless of the linear progression of the successive spread the space of the sound wave  remains marked; beginning and end of the sound are the same. The visual shape of the sound material allows the viewer a feedback on its nature of which he can now interpret the auditory curve.  

To have been present at a take off of a Saturn rocket (the last was 1973) is one of the most sublime experiences that was reserved only to a certain generation. Watching the lift-off from a safe distance led to see first the firing of the engines before the viewer could hear or even feel something. The acoustic and haptic perception, however, are the sensations, which reinforce the presence and the authenticity of the experience, essentially causing the sublime experience. Through the transformation of such an experience, of one system into another, thus from the auditory to visual, Eggert & Ricklefs try to connect the sublime experience. 

In this exhibition REH Kunst becomes a timeline. Due to the extension modules, space and time, that one would need to pass through, are visually divided into sections. In this timeline Eggert & Ricklefs set the noise curve of Apollo 11 – both two systems are identical and the hall becomes the coordinate system of the curve.

About the artists:
The artists Janine Eggert (*1978) and Philipp Ricklefs (*1981) work in a cooperation examining sculpture in a conceptual way. The focus of their projects first of all is based on the analysis of the relative spatial situation. 

The sculptures and installations therefore deal with interactivity and conditions of percipience. This refers to works in public space, as well as works whose proportions and form is organized around the specific structure and usage of the given exhibition space. On a formal level the serial module is a significant aspect. By reducing the way of creation down to simple geometrical forms the method of repetition and the principal of a formally predetermined system become perceptible. The creation process itself and essential criteria like form and presentation is communicated by the clearly recognizable constructive esthetics of the sculptures.






@